Signatur: Res. Math.p. 484


Nürnberg: G. Heyn, 1557. - 206 Bl.
Blindgeprägter Schweinslederband des 16. Jh.; beide Deckel gebrochen.
Buchpate: Rudolf Haller, München
Rudolff (ca. 1500-1549) war neben Adam Riese der bekannteste deutsche Rechenmeister. Sein Rechenbuch, in dem sich erstmals das heutige Zeichen für Quadratwurzel und der Vorschlag, Dezimalbrüche durch ein Komma auszudrücken, finden, gilt als die erste umfassende Darstellung der Algebra in deutscher Sprache. Es wurde zum vielfach aufgelegten Bestseller. Wie weit der Interessentenkreis reichte, zeigt die Herkunft unseres Exemplars aus dem Münchener Kloster der Augustinereremiten.
Die mathematischen Regeln werden durch viele Beispiele erläutert, meist aus dem kaufmännischen Bereich. Da dieses Verfahren offensichtlich Anklang fand, fügte Rudolff später ein auch in unserer Ausgabe enthaltenes "Exempelbuch" mit 293 weiteren Beispielen an. Besonderen Quellenwert besitzt Rudolffs Rechenbuch durch die ausführliche Darstellung und Umrechnung der verschiedenen europäischen Maße, Münzen und Gewichte.
Rechenbücher dieser Art wurden in Schule und Alltag intensiv benützt und waren bald verbraucht. Deshalb sind heute alle Ausgaben dieses Werkes sehr selten.

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