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Signatur: Cgm 1952
Wappen Buech zu gemainer loblichen Landschafts Canzley gehorig.
Handschrift, Bayern, 16. Jahrhundert
Signatur: Cgm 1952
 
Die Restaurierung ermöglichten Patricia und Franz Hammerlindl, München
 
Die Handschrift vereinigt verschiedene Bildfolgen und Texte zur bayerischen Geschichte. Neben einem "Hofkleiderbuch" mit Abbildungen und Beschreibungen der Hoflivreen unter den Herzögen Wilhelm IV. und Albrecht V. von 1508 bis 1551 enthält sie eine Folge von Darstellungen bayerischer Herzöge, die auf die Wandmalereien im Alten Hof in München zurückgeht. Außerdem überliefert sie die Turnierreime des Johann Holland, die hier freilich zur Erklärung einer ganz anders angeordneten Wappenrolle mißbraucht sind. Johann Holland, geboren um 1390, war Herold und Wappendichter Ludwigs des Bärtigen von Bayern-Ingolstadt. Seine 1415 bis 1424 entstandenen Turnierreime sind eine gereimte Aufzählung des an dem berühmten Turnier zu Schaffhausen im Jahr 1392 beteiligten bayerischen Adels.
 
Im 17. oder 18. Jahrhundert wurde das Wappenbuch als brauner Ganzlederband (Schafleder) gebunden. Der Buchrücken ist reich mit goldgeprägten Stempeln in florealem Dekor geschmückt. Vorder- und Rückdeckel ziert ein umlaufender Fries aus Rocaillen. Auf dem Vorderdeckel der Buchtitel in klassischer Capitalis quadrata: WAPPEN BUECH ZU GEMAINER LOBLICHEN LANDSCHAFTS CANZLEY GEHORIG.
 
Zustand vor der Restaurierung:
 
Ein alter Wasserschaden hat den Buchrücken geschwächt, intensive Benützung hat ihn weiter geschädigt. Das Rückenleder ist großteils lose und weist bereits Fehlstellen auf. Zahlreiche frühere Reparaturen mit steifen Papierstreifen an den Blättern sind ein Zeichen des damaligen Bemühens, das im Kanzleibetrieb der bayerischen Herzöge häufig benützte Buch zu erhalten. Irgendwann ist der Buchblock vom Rücken her feucht geworden und hat das Papier weiter geschwächt. An den Blattkanten finden sich zahlreiche Risse. In Bereichen grünen Farbauftrags mit Kupferanteilen hat bereits der Farbfraß eingesetzt.
 
Notwendige Maßnahmen:
 
Der Buchrücken muß, um das erhaltene historische Material zu sichern, mit neuem Leder unterlegt werden,. Im Buchblock sind zahlreiche Risse zu schließen und Blattkanten zu sichern. Die alten, zu steifen Reparaturstreifen müssen entfernt werden, um weiteren Schäden durch potentielle Bruchstellen vorzubeugen. Die grünen Zonen mit beginnenden Farbfraß werden trocken mit beschichtetem Japanpapier gesichert.