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Signatur: 2 Bavar. 704 q
Münchener Ratsch-Kathl.
Unterhaltungsblatt für gemütlichen Verkehr.
München 1889-1921.
Ab Nr. 14 (1907) mit dem Titel Münchener Stadtanzeiger (und Münchener Ratschkathl).
 
D'Ratschkathl. "Da bin ich! d'Ratschkathl!"' "Was ist denn das?" werden Sie sagen. Ganz recht, eine jede anständige Person muß sich legitimiren können. Also ich bin eine ächte Münch'nerin vom alten Schlag und als solche natürlich eine Ratschkathl. Wer das nicht versteht oder wer das große R nit gut aussprechen kann, der nennt mich von mir aus: Klatschbas'n", es kommt auf eins raus.
 
So stellte sich diese Wochenzeitung in ihrer ersten Nummer am 11. Mai 1889 vor. Sie wurde bei den Münchnern schnell so beliebt, daß sie bald nicht nur am Samstag, sondern auch am Mittwoch erschien. Ab 1907 wurde sie um den "Münchner Stadtanzeiger" erweitert. Mehr als zwanzig Jahre lang unterhielt sie auf ihre Art, mit Neuigkeiten aus München und der übrigen Welt, mit Geschichten, Fortsetzungsromanen, Rätseln und Witzen.
 
Worüber zum Beispiel lachte man 1893? Sie: "Weißt Du, Mann, was ich mir heute wünsche?" Er: "Ein neues Kleid" . Sie: "Wahrhaftig! Du hast meine Gedanken erraten!" Er: "Na als ob das so schwer wäre, - bei den paar Gedanken die Du hast!"
 
Bis 1921 konnte sich die "Ratsch-Kathl" halten. In den schweren Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Wandel des Königreichs zum Freistaat aber war auch für dieses typisch münchnerische Produkt das Ende gekommen. Das Katalogblatt vermerkt lapidar "Erloschen". Noch heute aber sehnen wir uns gelegentlich nach dem München, dessen Gemütlichkeit in der "Ratsch-Kathl" so treffend ausgedrückt war.
 
Ob es außerhalb der Bayerischen Staatsbibliothek noch ein vollständiges Exemplar gibt? Das der Staatsbibliothek ist vom säurebedingten Papierzerfall so stark geschädigt, daß man es nur noch verfilmen kann.
 
Bisher konnten verfilmt werden:
Jg. 1 (1889) bis 5 (1893)  dank Dominique Mayer, Weiden
Jg. 6 und 7 (1894/95) dank eines anonymen Spenders aus München
Jg. 8 (1896) dank Elisabeth Wittemann, München
Jg. 9 (1897) dank Birgit und Udo Bihler, München
Jg. 12 (1900) dank Maria Zybak, München
Jg. 16 (1904) dank Birgit Veser, München
Jg. 20 (1908) dank Helene Krätz, Benediktbeuern
Jg. 29 (1917) dank Birgit Veser, München
Jg. 32 (1920) dank einer anonymen Spenderin aus Unterschleißheim
Jg. 33 (1921) dank Elisabeth Wittemann, München