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Papierzerfall durch Säurefraß

Gut hundert Jahre lang, von der Mitte des 19. bis weit in die sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, bis man endlich die Gefahr erkannte und ernst nahm, wurden Bücher und Zeitschriften nicht mehr, wie bis dahin üblich, auf Hadernpapier, sondern auf industriell gefertigtes Papier gedruckt. In solchem - billig und in großen Mengen herzustellendem - Papier bilden sich im Laufe der Jahre Säuren, die das Papier von innen her zerstören. Es vergilbt, wird brüchig und zerfällt. Starke Benützung und negative Umwelteinflüsse beschleunigen die Zerstörung. - Korrektur als Test -
 
Der Papierzerfall ist ein globales Problem allerersten Ranges, auf kultureller Ebene vergleichbar mit dem Waldsterben oder dem gefürchteten Ozonloch. Rund 60 Millionen Bände in den wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands sind betroffen.
 
Die Situation an der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Dreieinhalb Millionen Bände sind vom Papierzerfall bedroht oder bereits geschädigt.
  • Rund 1,5 Mill. Bände sind bereits brüchig, d.h. nicht mehr benützbar. Alles, was man noch tun kann, ist, den Informationsgehalt durch eine Ersatzform (Papierkopie, Mikrofilm oder -fiche, Digitalisat) zu retten.
  • Rund 2,0 Mill. Bände sind mehr oder minder stark vergilbt, können aber noch im Original erhalten werden.
  • Rund 340.000 Bände weisen erhebliche Einbandschäden auf.
Um die knappen Mittel möglichst effektiv einzusetzen, versucht man, vorrangig jene Bücher und Zeitschriften zu retten, deren Bedeutung für die Bayerische Staatsbibliothek als zentrale Landesbibliothek und internationale Forschungsbibliothek besonders hoch und deren Zustand besonders besorgniserregend ist.