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Das Vereinsjahr 2002

Beeindruckendstes Ereignis des Vereinsjahres 2002 war sicherlich das Benefizkonzert, das der Rotary Club München-Englischer Garten am 17. Juni zugunsten bedrohter Handschriften und Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek im Münchener Prinzregententheater ausgerichtet hat. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dirigiert von Ion Marin, spielte unter der Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber Mozart und Beethoven. Das volle Haus, die strahlende Musik und die festliche Atmosphäre des Abends, sie bleiben ohne Zweifel allen, die dabeigewesen sind, auf Dauer unvergeßlich.
 
Ebenso erfreulich und nachhaltiger noch als der Musikgenuß war der handfeste Ertrag: Das Konzert erbrachte, weil Orchester und Dirigent auf jegliche Gage verzichteten, 60.000 Euro, die als Spende auf das Konto der Förder und Freunde überwiesen wurden. Restauriert werden konnten davon eine handschriftliche  Dirigierpartitur der Wagner-Oper Rienzi, Teil des historischen, der Staatsbibliothek anvertrauten Aufführungsmaterials der Bayerischen Staatsoper, sowie die Sammlung der sogenannten  Blockbücher, einer höchst seltenen und deshalb um so wertvolleren Spezies von Drucken aus der Zeit noch vor der Erfindung Gutenbergs.
 
Dem Benefizkonzert und seinen Initiatoren ist es zu danken, daß mit insgesamt 83.600 Euro das Spendenergebnis des Jahres 2001 (EUR 84.045) nur ganz knapp verfehlt wurde. Aus einer noch gut gefüllten Kasse konnten so mehr als 92.000 Euro zugunsten der Bayerischen Staatsbibliothek ausgegeben werden. Diese alles in allem positive Bilanz kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Kälte des gesamtwirtschaftlichen Abschwungs, der überall spürbare Zwang zum Sparen, auch die Förderer und Freunde nicht verschont hat. Die Zahl der Spender und Buchpaten ist deutlich zurückgegangen; noch stärker sank die Summe der kleinen und mittleren Spenden. Hoffen wir, daß dieser Abwärtstrend sich bald wieder umkehren möge.
 
Was bleibt sonst in Erinnerung? Die Ausstellungen der Bayerischen Staatsbibliothek, im Frühjahr die Präsentation von Ottheinrichs deutscher Bibel, im Herbst der Blick in den Giftschrank, d.h. auf die (einstmals) separierten Remota-Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek, eine Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen, die Lange Nacht der Bücher am 15. Juni und die Bibliotheksfahrt nach Neuburg an der Donau im Monat zuvor, verregnet zwar, aber erlebnisreich und neugierig machend auf die Fahrt des kommenden Jahres.
 
Besonderer Dank gilt dem Kuratorium, das mit dem Jahr 2002 seine fünfjährige "Amtszeit" beendete. Es hat in dieser Zeit viel erreicht. Die - gemessen an anderen Bundesländern - verbesserte Finanzausstattung der Bayerischen Staatsbibliothek, die Gründung der bundesweiten Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes und die Verlängerung der Öffnungszeiten, die seit einiger Zeit auch den Sonntag umfassen, gehen nicht zuletzt auf seine Initiative und sein beharrliches Drängen zurück. Am 9. Dezember hat die Mitgliederversammlung die Kuratoren neu gewählt. Die Förderer und Freunde danken allen, die sich zu diesem Engagement bereitfanden, und erhoffen für sie den gleichen Erfolg, der ihren Vorgängern beschieden war.
 
Folgende Summen konnten im Jahr 2002 zugunsten der Bayerischen Staatsbibliothek aufgewendet werden:
  • Honorare für Vorträge, Lesungen etc.: EUR 785
  • Für die Beteiligung der Bayerischen Staatsbibliothek an der Langen Nacht der Bücher: EUR 6.030
  • Für bestandserhaltende Maßnahmen: EUR 56.964
  • Für die Anschaffung eines Konzertflügels: EUR 15.000
  • Für die Erschließung des Vorlasses Prof. Dr. Heinz Friedrich: EUR 10.000
  • Für die Beschäftigung einer Kraft im Nachlaßreferat der Bayerischen Staatsbibliothek: EUR 3.579