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Das Vereinsjahr 1999

Die Arbeit des Vereins ist nach der Gründung im März 1998 nur langsam in Gang gekommen. Jeder Schritt bedurfte notariellen Segens und mußte den peniblen Vorschriften des Vereinsrechts genügen. Formfehler, die zu Wiederholungen zwangen, waren dabei unvermeidlich. Sie hatten zur Folge, daß der Verein erst 1999, mit der Erteilung der Steuer- und Spendenbegünstigung, wirklich in Aktion treten konnte. Werbeaktionen der Staatsbibliothek und der Bertelsmann Buch AG, die in der Person ihres Vorstandsvorsitzenden, Frank Wössner, den Präsidenten des Vereinskuratoriums stellt, haben den Mitgliederstand in diesem Jahr fast verdreifacht. Das Beitrags- und Spendenaufkommen übertraf mit mehr als 200.000 DM alle Erwartungen, ein Erfolg freilich, der sich in diesem und in den kommenden Jahren, nach Einkehr von Normalität, kaum noch wiederholen dürfte.
 
Vorstand und Kuratorium haben 1999 je zweimal getagt. Sie beließen es nicht bei bloßen Sitzungen. Aufsehen erregte der festliche Damenabend, den die Bertelsmann Buch AG am 19. Juli im Vorraum zum Allgemeinen Lesesaal ausrichtete, Das Ziel dieser ersten externen Veranstaltung, die Bayerische Staatsbibliothek mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, wurde - siehe das Presseecho - erreicht. Sie bewies, daß die Räume der Bibliothek auch für außergewöhnliche Veranstaltungen geeignet sind, und gab vor einem eher ungewohnten Publikum Gelegenheit, die Schätze des Hauses, vor allem aber ihre Gefährdung durch Säurefraß und Papierzerfall, vorzustellen. Zuvor bereits hatte das Kuratorium die Eröffnung der Richard-Strauss-Ausstellung genutzt, um den Verein und seine Ziele der lokalen Presse zu präsentieren. Auch für die Öffnungszeiten der Bayerischen Staatsbibliothek, genauer gesagt, für deren Verlängerung, interessiert sich das Kuratorium. Es hat sich sehr genau über eine ganze Reihe von Öffnungszeitmodellen und die damit verbundenen personellen und finanziellen Konsequenzen ins Bild setzen lassen und im Herbst vergangenen Jahres ein erstes Gespräch im Finanzministerium zustande gebracht. Auf Ergebnisse sind wir gespannt, ist doch der bayerische Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, zugleich Vizepräsident des Kuratoriums der Förderer und Freunde.
 
Handfester und sofort fühlbar war die finanzielle Hilfe, die die Bibliothek 1999 vom Verein erfuhr. Die Bayerische Landesbank, deren Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Wolf im Vorstand der Förderer und Freunde den Vorsitz führt, stiftete im Mai für die Richard-Strauss-Ausstellung DM 23.000; die Bertelsmann Buch AG wiederum überwies im September zur Deckung des Defizits, das bei der Herstellung des Faksimiles der von der Staatsbibliothek erworbenen Handschrift "Jakob Püterich von Reichertshausen. Der Ehrenbrief" entstanden war, an den Verein DM 12.826. Der Vorstand schließlich beschloß in seiner vierten Sitzung am 18. Oktober, unmittelbar vor der am gleichen Tag stattfindenden zweiten Mitgliederversammlung, einstimmig folgende Ausgaben zugunsten der Bayerischen Staatsbibliothek:
  • Für den Erwerb alter und seltener Drucke auf dem Antiquariats- und Auktionsmarkt, darunter Vegetius Renatus: De re militaria, Erfurt um 1512, ein für die Technikgeschichte bedeutsamer, bislang noch in keiner wissenschaftlichen Bibliothek des deutschsprachigen Raums nachgewiesener Druck: DM 26.600

  • Für die Herstellung von Plakat und Faltblatt zur Yao-Ausstellung "Botschaften an die Götter": DM 6.000

  • Für die Restaurierung des durch Wurmfraß stark beschädigten Regensburger Wappenbuchs des Goldschmieds Hans Hylmair von 1560 (Cgm. 2015): DM 25.000,00

  • Für die weitere Erschließung der Nachlässe Julius Grosse und Georg Britting: DM 7.000

  • Für die Herstellung des ersten Bandes einer von der Bayerischen Staatsbibliothek geplanten Schriftenreihe: DM 15.500

  • Zuschuß zu den Kosten Kosten eines Informationsseminars für Mitarbeiter russischer Partnerbibliotheken (Naturwissenschaftliche Bibliothek, Moskau, Wissenschaftlich-Technische Bibliothek, Novosibirsk, Zentrale Bibliothek der Russischen Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg): DM 3.570

  • Übernahme des Vertriebsrisikos des Katalogs zur Richard-Strauss-Ausstellung. Der Katalog soll im Jahr 2000 weiter regulär verkauft und im ersten Halbjahr 2001 im modernen Antiquariat angeboten werden. Ein eventuell dann noch verbleibendes Defizit deckt der Verein bis zu einer Höhe von DM 15.000
Der Verein hat damit im vergangenen Jahr fast 120.000 DM kurzfristig, DM 15.000 mittelfristig, zugunsten der Bayerischen Staatsbibliothek gebunden. Absicht des Vorstands war es, mit der Widmung dieser Summen den in der Satzung (§ 2) festgeschriebenen Vereinszwecken, Unterstützung der Staatsbibliothek beim Erwerb und bei der Archivierung von besonderen Stücken, bei öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten und in der internationalen Zusammenarbeit, sichtbar zu entsprechen.