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Clm 14327
Epistulae Pauli glossatae
Oberitalien (Venezien ?), 2. Hälfte 13. Jh.
Schweinsledereinband
Signatur: Clm 14327

Die Restaurierung ermöglichte dieStiftung Faksimile Verlag Luzern.

Die Pergamenthandschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts enthält die Paulusbriefe mit Glossen. Der Text selbst steht in der Mittelspalte, neben Randglossen rechts und links und gelegentlich auf dem oberen und unteren Rand weist der Text auch Interlinearglossen auf, zum großen Teil von derselben Hand wie der Haupttext. Der Buchschmuck besteht aus blauen und roten Majuskeln, an den Briefanfängen stehen farbige, acht- bis fünfzehnzeilige, teilweise historisierte Initialen, die gelegentlich mit Blattgold verziert sind. Entstanden ist die Handschrift nach Schrift und Buchschmuck in Oberitalien, vermutlich im Raum Venedig. Sie ist in einen spätgotischen Holzdeckeleinband mit bellbraunem Lederüberzug gebunden, die Einbandstempel weisen auf eine Bindung in Regensburg, St. Emmeram. Spuren von Beschlägen und Schließen sind noch vorhanden, die Kettenöse ist erhalten. Bis zur Säkularisation befand sich der Codex im Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg.

Zustand vor der Restaurierung:
  • Das Pergament weist altersgemäße Gebrauchsspuren und Verschmutzung auf.
  • Die Seiten sind vereinzelt durch Risse, Schnitte und Wurmfraß sowie herstellungs-bedingte Schwachstellen beeinträchtigt.
  • Die Malschicht ist zum Teil berieben und auf drei Blättern stärker beschädigt, sodass Ausbrüche zu verzeichnen sind.
  • Der Einband ist vor allem im vorderen Gelenk beschädigt. Hier ist das Leder fast auf die ganze Länge eingerissen und auch die Bünde sind komplett gebrochen.
  • Die Flügel der Hinterklebung und des Kapitals sind beschädigt.
  • Das Leder steht an Kopf und Fuß über und ist dadurch dort ebenfalls beschädigt. Am oberen Ende des hinteren Gelenks ist das Leder nur angerissen.
  • Die Beschläge und Schließen wurden bis auf die Deckbleche der Schließen und die Kettenbefestigung zu einem früheren Zeitpunkt abgenommen. Die Kettenbefestigung weist Korrosionsspuren auf.
Notwendige Maßnahmen:
  • Trockenreinigung
  • Die stärker beschädigte Malschicht wird kontrolliert und gegebenenfalls gefestigt.
  • Risse, Schnitte und Schwachstellen im Pergament werden mit Riegeln aus angefasertem Pergament gesichert.
  • Die Bünde werden mit Schreibpergament ergänzt.
  • Hinterklebung und Kapital werden restauriert.
  • Im vorderen Gelenk wird das Leder nur partiell unterlegt. Die abstehenden Bereiche werden gesichert.
  • Die angelösten Schilder aus Papier und Pergament werden gesichert.